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Samstag, 4. Januar 2014, 11:24

Vereinsförderung - die ewige Diskussion

Jedes Jahr auf's neue sorgt das Thema Vereinsförderung für Diskussion in den Ausschüssen, Medien und Vereinen. Da die Berichterstattung in den letzten Wochen nicht korrekt ist und in unseren Augen viele wichtige Aspekte gänzlich vermissen lässt, möchten wir dieses Thema noch einmal aus unserer Sicht beleuchten.

Warum gibt es so etwas eigentlich?

Vereinsförderung so transparent und mit Zahlen unterlegt gibt es in Woltersdorf noch gar nicht so lange. Während es früher üblich war, dass Vereine die Turnhalle kostenfrei nutzen konnten und auch andere Vereine gemeindliches Eigentum ohne Gegenleistung nutzten, wurde es nach Gründung des Eigenbetriebes Sport- und Freizeitanlagen Woltersdorf notwendig, diese versteckte Förderung transparent zu machen. Im Ergebnis sollte klar werden, wie hoch der Zuschuss der Gemeinde ist, wenn z.B. der SV Woltersdorf die Turnhalle nutzt. Gleichzeitig sollte die Millioneninvestition Sportplatz und später auch Mehrzweckhalle geschützt werden. Nur, was Geld kostet, ist auch etwas wert und wird dementsprechend gewissenhafter behandelt. Die Erfahrungen aus der Vergangenheit bei kostenloser Nutzung zeigen da häufig ein anderes Bild.
Dazu war es notwendig, dass der Nutzungsumfang dargestellt wird und dafür auch Kosten (Nutzungsentgelt pro Stunde) in Rechnung gestellt werden. Im Gegenzug erhält der Verein dann eine Förderung in gleicher Höhe oder bei einem gewissen Eigenanteil durch den jeweiligen Verein oder geringerer Höhe.

Warum ausgerechnet der SV Woltersdorf?

Im Jahr 2009 stellten sich im Sozialausschuss der SV Woltersdorf und auch der Seimitsu e.V. vor und erläuterten anhand von Mitgliederzahlen, -struktur, -beiträge und sonstigen Rahmenbedingungen, inwiefern eine Erstattung von Aufwendungen zur Nutzung von Woltersdorfer Räumlichkeiten notwendig ist.
Insbesondere mit dem SV Woltersdorf wurde festgelegt, dass die Förderung auf lange Sicht geringer werden muss (der Betrag schmolz so von ursprünglich ca. 60.000 Euro auf nun 40.000 Euro).

Gerechte Verteilung gibt es nie!

Jeder Zuschuss an einen bestimmten Verein wird andere Vereine bzw. deren Vertreter auf den Plan rufen, die diese Unterstützung anprangern. Mit Sicherheit gibt es viele andere wirklich sinnvolle und ehrenwerte Vereine, Institutionen und Gruppierungen, die durch ihre Arbeit viel Gutes für unseren Ort tun.
Aber das Geld, das unsere Gemeinde für die Unterstützung von Vereinen zur Verfügung hat, ist überschaubar. Zu verschenken haben wir tatsächlich nichts. Die Förderung des SV Woltersdorf ist notwendig, damit der Verein weiter existieren kann. Selbstverständlich ist der SV Woltersdorf selbst in der Pflicht, neue Einnahmequellen zu erschließen, um die Förderbedürftigkeit in Zukunft zu reduzieren.
Es kann aber nicht sein, dass mit dem Argument, der SV Woltersdorf wird ja auch gefördert, der Zwang geschaffen wird, auch andere (wirklich wichtige) Vereine und Projekte zu fördern. Jeder Verein sollte grundsätzlich so seine Tätigkeiten und damit Ausgaben gestalten, dass der diese grundsätzlich aus seinen Einnahmen abdecken kann.
Die Nutzungsentgelte für die alte Turnhalle oder auch die neue Mehrzweckhalle wird der SV Woltersdorf aber nie rein aus Mitgliedsbeiträgen finanzieren können. Mit über 500 Mitgliedern stellt er aber den mit Abstand größten Verein des Ortes, dessen Arbeit für die Allgemeinheit es zu erhalten gilt - vor allem deshalb bekommt er eine weitreichende Unterstützung der Gemeinde.
Auch muss man berücksichtigen, dass viele andere Vereine versteckte Förderungen durch die Gemeinde erhalten haben bzw. immer noch erhalten, sei es durch die kostenlose Nutzung von gemeindlichem Eigentum, reduzierten Pachten, Mieten oder oder oder. Ziel war im Zuge der "offiziellen" Förderung des SV Woltersdorf auch, dass sich andere Gruppierungen wie z.B. die Gymnastikgruppe in den SV Woltersdorf integrieren, um an der Förderung teilhaben zu können.

Aber warum grundsätzliche Ablehnung anderer Förderanträge?

Wie oben beschrieben wissen wir nur beim SV Woltersdorf aufgrund der offen gelegten Einnahmen und Ausgaben, wie hoch die Förderbedürftigkeit tatsächlich ist. Bei allen bis dato eingereichten Anträgen ist diese für uns nicht transparent. Auf welcher Basis sollen wir uns in diesen Fällen für eine finanzielle Unterstützung der Vereine aussprechen?
Die Verwaltung ist hier auch in der Pflicht, die durch sie selbst forcierten und vorgeschlagenen und durch die Gemeindevertretung letztlich im Spätsommer 2011 beschlossenen Grundsätze zur Vereinsförderung anzuwenden, um Anträge so aufzubereiten, dass die Bedürftigkeit und damit Notwendigkeit einer Förderung erkennbar wird.

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Dienstag, 18. Februar 2014, 11:47

Christine Elßner wünscht sich an dieser Stelle noch den Text zum GV-Beschluss vom Spätsommer 2011. Vielleicht ergeben sich daraus Hinweise für die A bfassung von Förderanträgen.
Konkret geht es um einen Antrag der Chorgemeinschaft Woltersdorf e.V für eine Projektförderung der Chorveranstaltung zum 135-jährigen Jubiläum 2015.
Eine Nachfrage im Amt ergab keine konkreten Hinweise für die Antragstellung.

Mit Dank und freundlichen Grüßen
Christine Elßner

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Donnerstag, 20. Februar 2014, 10:40

Ich habe die Grundsätze zur Vereinsförderung aus dem damaligen Beschluss für die GV als Bild im Anhang eingefügt. Ich hoffe, das ist lesbar und ausreichend.

Die Geringfügigkeitsgrenze wurde zwischenzeitlich auf 500 Euro gesenkt.

Wichtig für die Abwägung zur Empfehlung ist in jedem Falle die Darstellung der Förderbedürftigkeit. Diese war bis dato in unseren Augen bei keinem der Anträge ersichtlich. Auf welcher Grundlage soll also ein Abgeordneter entscheiden, dass die Förderung wirklich notwendig ist, zumal die Haushaltsmittel begrenzt sind?

Bevor die kürzlich abgelehnten Anträge jetzt also wieder auf die Tagesordnung des Sozialausschusses kommen, wird die Verwaltung hoffentlich in dieser Hinsicht die Antragsteller beraten, denn genau das fehlte unserer Meinung nach bislang völlig.
»Stefan Grams« hat folgendes Bild angehängt:
  • Grundsätze Vereinsförderung - Beschluss GV 29.09.2011.jpg

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Donnerstag, 20. Februar 2014, 18:15

Herzlichen Dank für die Unterlagen.
Ich nehme am WE alles mit zum "Hölzernen See", da hat die Chorgemeinschaft Woltersdorf e. V. ihren jährlichen Workshop.

Mit freundlichen Grüßen
Christine Elßner