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Sonntag, 20. März 2016, 15:00

Neubau für die Grundschule sprengt Kostenrahmen

Der Leser merkt es schon an unserer Überschrift - zufrieden sind wir mit dem aktuellen Arbeitsstand nicht.

Die Gemeindevertretung hat in ihrer Sitzung am 03.03.2016 den Beschluss gefasst, eine Variante für einen Erweiterungsbau der Grundschule weiterzuentwickeln, der sich im Prinzip in Flucht zu den bestehenden drei bunten Häusern anschließt und mit Verbindungsbauten zwischen den bunten Häusern (die Anzahl der Ausgänge wird so generell verringert) insgesamt Platz für eine vierzügige Grundschule schafft. Es entstehen so die notwendigen zusätzlichen Stammklassenräume, endlich ordentliche Teilungsräume für die Flexklassen und neben dringend benötigten Räumen für die Lehrer auch Archiv- und Lagerräume sowie eine Bibliothek.
Einzelheiten zur genauen Ausstattung und Lage der Räume werden in den nächsten Monaten entwickelt und so die anschließenden Ausschreibungen vorbereitet.

Das könnte alles so gut sein, ist es aber für das WBF aus folgenden Gründen nicht.

Die vorgestellte und weiterzuentwickelnde Variante sprengt den angesetzten Kostenrahmen um gut 1 Million Euro, der Schulerweiterungsbau wird in Summe auf 5,7 Millionen Euro taxiert. Dazu kommen die Kosten für die zwischenzeitlich notwendigen Ausweichflächen in Form von Containern in Höhe von ca. 1,3 Millionen Euro sowie sich schon abzeichnende weitere Kosten für Außenanlagen und Unvorhergesehenes.

Der Kämmerer konnte zwar aktuell die höheren Kosten als "machbar" darstellen, indem die Liquidität weiter gesenkt wird, allerdings müssen jetzt sämtliche geplante oder schon beschlossene Projekte in Frage gestellt und neu bewertet werden, weil das Geld für alles nicht reicht.
Zu den Projekten, die dann womöglich nicht oder nicht im angedachten Umfang realisiert werden können, gehören generell der Straßenbau, der Umbau der Kita Weinbergkids und die Sanierung der Schleusenstraße.

In unseren Augen hat die Machbarkeitsstudie gezeigt, dass wir uns eine Vierzügigkeit in kompletter Anlehnung an das Musterraumprogramm Berlin nicht leisten können. Mit einem Beschlussvorschlag, der den Kostenrahmen auf die ursprünglich beschlossenen 4,6 Millionen Euro für den Bau begrenzt, konnten wir uns leider nicht durchsetzen.
Eine Reduzierung von Flächen könnte in gemeinsamen Gesprächen mit der Grundschule und der weiterführenden Schule (FAW) bezüglich der gemeinsamen Nutzung von Fachräumen erzielt werden.
Es wird davon ausgegangen, dass 100qm Nutzfläche im Schulerweiterungsbau ca. 350.000 Euro kosten. Wir sind uns sicher, dass in weiteren Gesprächen Flächenreduzierungen und damit deutliche Kosteneinsparungen möglich geworden wären. Schade - Chance vertan!

Was für uns, das WBF, aber grundsätzlich nicht oder doch nur unzureichend stattgefunden hat, war die Entwicklung einer sinnvollen Gesamtlösung für den kompletten Schulcampus. Gesprächsangebote des FAW mit Vorschlägen für Lösungen (auch finanzieller Art) gab es immer wieder.
Wir sind uns sicher, dass man, wenn man dieses gewollt hätte, auch eine Lösung für die Erweiterung der Grundschule und auch für das FAW gefunden hätte, die uns vielleicht in Zukunft den Flachbau in der Mitte des Schulcampus erspart hätte, so dass dieser irgendwann hätte abgerissen werden können. Auch hätte der Weg zu einer endgültigen Lösung durchaus die nur kurzzeitig benötigten Container und die damit verbundenen zusätzlichen 1,3 Millionen Euro sparen können.

So haben wir die beiden Schulen in den letzten Jahren immer verstanden. Wenn rechtzeitig eine künftige gute gemeinsame Lösung aufgezeigt worden wäre, dann hätten sich auch Gestaltungsmöglichkeiten für zwischenzeitlich notwendige Räume in Zusammenarbeit aller gefunden. Aber dafür ist es jetzt vermutlich zu spät.